Siedlung auf dem Lande

Wir sind umgezogen. Mitten in eine Neubausiedlung. In einem kleinen Kaff, auf dem Land. Dort wo die Frösche lebten. Auf einem Feld in der Nähe eines kleinen Teiches. Früher haben sich die Frösche über dieses Feld einen Weg zum Teich gesucht. Im ersten Jahr haben wir das gemerkt. Eine Froschwanderung durch unseren Garten. Aussichtslos selbstverständlich. Keine Chance für die Frösche, zu viele Zäune, zu viele Treppen, zu viele Katzen, zu viele Menschen. Die Frösche sind nun verschwunden. Wir bleiben, noch.

Am Nachbarhaus hängt sie. Etwas unterhalb der Dachrinne, am Holzschuppen. An der Wand Richtung Norden, etwa so gross wie eine Schuhschachtel. Schwarz und mit einem Schlitz am unteren Ende. Eine Fledermauswohnung. In einer Siedlung. Das nennt man ausgleichende Gerechtigkeit. Wir zerstören Froschwanderwege und bauen stattdessen Fledermauswohnungen, oder wie…

Da kommt mir eine Idee. All der Gartenwahn kommt vielleicht ja auch aus einem Schuldgefühl heraus? Da werden unbedarfte Familienväter zu Meistergärtner. Tonnen von Erdreich werden bewegt, von Hand. Es werden Akkuschneider geladen, Sensen geschärft, Rasenmäher betankt, Tauchpumpen in Fässer gesteckt und Zettel mit Polizeirechts-Auszügen verteilt. Würde er dazu gezwungen werden, er würde nach der UNO schreien. Freiwillig mach er das, der zivilisierte Mensch. Da kann nur ein Urinstinkt dahinter stecken.  Gleiche aus was Du zerstört hast, oder so…

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