Mein erstes Pro Shooting

[dropcap]I[/dropcap]ch gebe es zu, der Titel ist etwas Bauernfängerisch. 😀  Aber mein Arzt hat mir geraten meinen Ärger rauszulassen, von wegen dem Herz und so und das nutzt ja auch nichts wenn niemand es liest.

Also es war so: Ein Arbeitskollege brauchte neue Fotos von sich und fragte mich nach einem Fotografen. In einem Anfall von Grössenwahn sagte ich, sowas könne ich schon machen. Nach längerem Zögern und viel Überredungskunst meinerseits, über die Gage die ich zahlte haben wir stillschweigen vereinbart, sagte er zu.

Also hatte ich gestern mein erstes richtiges Shooting so mit Ernst und Resultat am Ende und so weiter.

 

So habe ich in meinem Wohnzimmer das neue Hintergrundsystem,

 

 

mein Streiflicht 25*90, meine Oktabox 60cm und noch drei weitere Stative für Hintergrundblitz und als Jackenständer aufgebaut. (By the way: Hat schon einmal jemand von euch diese 60er Oktabox von Wallimex aufgebaut und danach wieder abgebaut?)
Das alles nur um herauszufinden das nun räumlich kein 70-200 mehr zwischen mich und das Modell passt und das wollte ich unbedingt benutzen, weil ja im Internet stand das sei die beste Portrait Linse.

Also alles wieder zusammengepackt, auch die Oktabox(!) und zu einem Freund in seine Werkstatt gefahren. Die zwar wenig mehr als Aussentemperatur aufwies, dafür aber massenhaft Platz. So im Verhältnis zu meinen Wohnzimmer zumindest. Alles wieder aufgebaut, auch die Oktabox (!) und los ging es.

Ich schreibe ja hier hauptsächlich zu Fotografen, nicht wahr? Ihr kennt doch sicher das Zusammenspiel von Blende und Schärfentiefe (nein, ich musste nicht googeln ob es nicht doch Tiefenschärfe heisst). Ich ja eigentlich auch, gut sogar. Warum ich dann das ganze Shooting lang mit Blende 8 gearbeitet habe und somit meistens die Ohren oder die Nasenspitze, aber selten die Augen scharf habe, kann ich mir nicht erklären.
Ihr kennt doch sicher auch den Zusammenhang von Verschlusszeit und Brennweite, ja? So von wegen bei FX bitte mindestens 1/200 bei 200mm. Ich auch, zumindest wenn ich nicht gerade am Fotografieren bin. Warum ich das ganze Shooting mit einem 1/125 geschossen habe? Kunst! Noch nie davon gehört?

Auch habe ich mich gefragt warum wohl als einziger meiner Blitze nur der SB800 nicht mit nachladen nachkommt, obwohl ich doch extra bei allen anderen diese neuen Eneloop Dinger eingebaut habe (die eneloops für den SB800 lagen auf der Werkbank):

shooting 09. Januar 2016-4

Und warum produziert diese vermaledeite 60 cm Oktabox nach mehrmaligem Auseinander- und wieder Zusammenbau plötzlich so grässlich hartes Licht? Das kann ja wohl nicht am vergessen Diffusor liegen (den Diffusor fand ich nach dem Shooting auf der Werkbank, neben den Eneloops) und ganz sicher nicht am viel grösseren Abstand zum Model als bei meinen Trainings…

Gott sei Dank wollte das Model irgendwann nicht mehr zuschauen und hat die Kamera selber übernommen.

Hier, hier kommt der Focus hin, klar?

shooting 09. Januar 2016-3

Gnarpf, das wird wohl nichts.

shooting 09. Januar 2016-2

Aber am Schluss hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst.

shooting 09. Januar 2016

Es hat unheimlich Spass gemacht. Aber dass ich die Basics so einfach vergessen habe hat mich schon ein wenig gewurmt.

Bild mit der freundlichen Genehmigung vom Fotografen.

Ein Gedanke zu „Mein erstes Pro Shooting“

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